Ein beruflicher Weg mit Umwegen ist nicht automatisch ein Umweg im negativen Sinn. Manchmal sind es genau diese Stationen, die den Blick schärfen: für Menschen, Entscheidungen, Teamdynamiken, Führung, Passung und berufliche Entwicklung. Meine eigene Erfahrung aus Einzelhandel, Führung, Personalbereich, Arbeits- und Organisationspsychologie und späterer Selbstständigkeit bildet bis heute die Grundlage meiner Arbeit als Karrierepilotin.
Warum berufliche Umwege oft wichtige Entwicklungsschritte sind
Als ich damals im Einzelhandel gearbeitet habe, habe ich mich nicht gefragt, ob mein Blick auf Menschen etwas Besonderes ist. Mir hat die Arbeit mit Menschen einfach Freude gemacht. Gleichzeitig wurde mir immer klarer, dass der Einzelhandel, so wie ich ihn erlebt habe, langfristig nicht zu dem Leben passte, das ich mir perspektivisch gewünscht habe. Lange Arbeitszeiten, wenig Freizeit, häufige Versetzungen und immer wieder neue Strukturen waren prägend. Gleichzeitig wusste ich ziemlich genau, wohin ich wollte: in den Personalbereich. Mein Wunsch war damals klar, Personalleiterin zu werden. Rückblickend war dieser Wunsch weniger ein fertiger Plan als ein innerer Kompass. Er hat mich zum berufsbegleitenden Studium der Arbeits- und Organisationspsychologie geführt – und damit zu einer fachlichen Vertiefung dessen, was mich schon lange interessiert hatte: Menschen, Verhalten, Entscheidungen und Zusammenarbeit.
Arbeits- und Organisationspsychologie als bewusste Entscheidung
Das berufsbegleitende Studium der Arbeits- und Organisationspsychologie war für mich keine spontane Idee. Es entstand aus dem Wunsch, meine praktische Erfahrung mit Menschen fachlich zu vertiefen und professionell weiterzuentwickeln. Ich hatte bereits geführt, Verantwortung getragen, Teams erlebt, Kundinnen und Kunden begleitet, Entscheidungen getroffen und gesehen, wie stark Arbeitsbedingungen, Kommunikation und Führung Menschen prägen.
Einfach war dieser Weg nicht. Ich hatte eine Fünfzig- bis Sechzig-Stunden-Woche, war als Geschäftsleiterin oft die Erste im Laden und die Letzte, die gegangen ist. Abends habe ich studiert, meinen Jahresurlaub in Studienzeiten investiert und vieles parallel getragen. Und trotzdem habe ich diesen Weg nie als reinen Verzicht erlebt. Mein Wille, mich weiterzuentwickeln, zu wachsen und meinen beruflichen Weg klarer auszurichten, war stärker. Rückblickend sicher auch geprägt von Leistungswillen, aber vor allem von dem Gefühl: Das hier passt gerade genau.
Schon damals hat mich das Erleben und Verhalten von Menschen fasziniert. Wie entstehen Entscheidungen? Warum funktionieren Teams? Warum hakt Zusammenarbeit manchmal, obwohl alle fachlich gut sind? Was macht Führung wirksam? Und wie können Menschen in beruflichen Rollen wachsen, ohne sich selbst zu verlieren? Diese Fragen begleiten mich bis heute.
Was diese Erfahrung heute mit Bewerbungscoaching und Teamtraining verbindet
Rückblickend hat dieses Studium vieles zusammengeführt: meine praktische Erfahrung, mein Interesse an Menschen und meinen Wunsch, beruflich etwas Sinnvolles zu gestalten. Genau diese Verbindung prägt heute meine Arbeit im Bewerbungscoaching, in der beruflichen Neuorientierung und im Teamtraining.
Im Einzelcoaching begleite ich berufserfahrene Menschen, die ihren nächsten Schritt klären möchten. Dabei geht es selten nur um Lebenslauf, Anschreiben oder ein LinkedIn- und XING-Profil. Natürlich gehören diese Bausteine dazu. Aber oft liegt darunter eine größere Frage: Was passt wirklich? Welche berufliche Richtung trägt? Welche Erfahrung soll sichtbar werden? Welche innere Klarheit braucht es, damit ein Bewerbungsprozess nicht nur formal gut aussieht, sondern sich auch stimmig anfühlt?
Genau hier hilft mein Blick aus der Arbeits- und Organisationspsychologie. Berufliche Entscheidungen entstehen selten isoliert. Sie hängen mit Selbstwert, Erwartungen, inneren Antreibern, Rollenbildern, Teamdynamiken, Führungserfahrungen und bisherigen Prägungen zusammen. Wer berufliche Neuorientierung ernst nimmt, schaut deshalb nicht nur auf die nächste Stelle, sondern auch auf den Menschen, der diesen Schritt gehen möchte.
Auch in meiner Arbeit mit Unternehmen, Führungskräften und Teams spielt diese Erfahrung eine zentrale Rolle. Teamtraining bedeutet für mich nicht, Standardmethoden über eine Gruppe zu legen. Es geht darum, reale Situationen aus dem Arbeitsalltag zu verstehen: Kommunikation, Rollen, Verantwortung, Schnittstellen, Konflikte, Veränderungsprozesse und die Frage, wie Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert. Genau diese Themen haben mich schon früh interessiert – nur heute verbinde ich sie mit Erfahrung, psychologischem Wissen und einem sehr klaren Praxisbezug.
Was ein beruflicher Weg mit Umwegen sichtbar machen kann
Ein beruflicher Weg mit Umwegen kann zeigen, welche Themen sich wie ein roter Faden durch das eigene Leben ziehen. Bei mir sind das Menschen, Entwicklung, Klarheit, Führung, Kommunikation und die Frage, wie Arbeit so gestaltet werden kann, dass sie fachlich und menschlich Sinn ergibt. Aus diesen Erfahrungen ist meine heutige Haltung entstanden.
- praktische Führungs- und Personalerfahrung als Grundlage meiner Arbeit
- Arbeits- und Organisationspsychologie als fachliche Vertiefung
- Bewerbungscoaching mit Blick auf Menschen, Rollen und Passung
- berufliche Neuorientierung mit Klarheit, Selbstwert und Entscheidungsfähigkeit
- Teamtraining mit Fokus auf Kommunikation, Verantwortung und Zusammenarbeit
Nicht jeder berufliche Weg ist von Anfang an geradlinig. Manchmal zeigt sich erst rückblickend, warum bestimmte Stationen wichtig waren. Für mich haben genau diese Umwege den Blick geschärft: auf Menschen, auf Arbeit, auf Entwicklung und auf die Frage, was beruflich wirklich trägt. Genau daraus ist die Arbeit entstanden, die ich heute mache.














